Vitæ Cur­sus ei­nes Bräun­ling

Geboren in Niedersachsen

Vor den To­ren von Göt­tin­gen und man könn­te mei­nen als wasch­ech­ter Nie­der­sachse, sturm­fest und erd­ver­wach­sen, aus Her­zog Wi­du­kinds Stamm. Al­so glück­lich soll­te sein, wer Wur­zeln hier fand.

Wie auch immer, auf­ge­wach­sen in Düs­sel­dorf und da­durch mit ei­ner rhei­ni­schen Klang­fär­bung im Ton und mit ei­nem rhei­ni­schen Ge­müt und Hu­mor ver­se­hen füh­le ich mich stets als ein men­ta­ler Rhein­län­der, auch wenn man mich dort "als e'ne Imi" an­sieht - als ei­nen Zu­ge­rei­sten. Für mich gilt auch heu­te noch im­mer das rhei­ni­sche Grund­ge­dan­ken­gut: Et es wie et es und es kütt wie es kütt, denn nix bliev wie et wor und wat fott es, es fott. Wat well­ste da maache? ävver jot je­jange hätt et immer noch und datt is jet zo laache.
Carl Zuck­mayer lässt die Figur des Ge­ne­ral Harras in sei­nem Stück »Des Teu­fels Ge­ne­ral« als Ver­an­schau­li­chung der »rhei­ni­schen Ge­schich­te als eth­ni­schem Schmelz­tie­gel und Wie­ge des Abend­lan­des«, der »Völ­ker­müh­le Eu­ro­pas«, sa­gen: „Es wa­ren die Be­sten, mein Lie­ber! Die Be­sten der Welt! Und wa­rum? Weil sich die Völ­ker dort ver­mischt ha­ben. Ver­mischt – wie die Was­ser aus Quel­len und Bä­ch­en und Flüs­sen, da­mit sie zu ei­nem gro­ßen, le­ben­di­gen Strom zu­sam­men­rin­nen. Vom Rhein – das heißt: vom Abend­land. Das ist na­tür­li­cher Adel... Sei­en Sie stolz da­rauf,...

1955 Evangelische Volksschule an der Kalkumer Straße, Düs­sel­dorf-Unter­rath

Ab 1957 um­be­nannt in El­sa-Brand­ström-Schu­le, evgl. Volks­schu­le an der Kal­ku­mer Stra­ße. Schul­lei­te­rin war bis Herbst 1957 Fräu­lein Dr. E. A. (†). Ab Herbst 1959 über­nahm Herr J. A. P. (†) die Schul­lei­tung. Zwi­schen­zeit­lich wur­de die Schu­le von dem Leh­rer (mei­nem Klas­sen­leh­rer), Herrn M. A. (†), kom­mi­sa­risch ge­lei­tet, der spä­ter Kon­rek­tor ne­ben Herrn P. (†) war.

Heute Elsa-Brandström-Schule, Städtische evgl. Mon­tes­sori-Grund­schule, An der der Golz­hei­mer Hei­de 120, in den ehe­ma­li­gen Ge­bäu­den der ehe­mals ge­trenn­ten ka­tho­li­schen Volks­schu­len für Jun­gen und Mäd­chen an der Golz­hei­mer Hei­de (heute St. Bru­no Schu­le, Städ­ti­sche Ka­tho­li­sche Grund­schu­le An der Golz­hei­mer Hei­de 120).
Die Ge­bäu­de der ehe­ma­li­gen El­sa-Brand­ström-Schu­le, evgl. Volks­schu­le an der Kal­ku­mer Straße, wer­den heu­te nicht mehr schu­lisch ge­nutzt. Im Jahr 2007 be­fan­den sich mei­ner An­sicht nach die Ge­bäu­de und Frei­flä­chen zum gro­ßen Teil in ei­nem un­wür­di­gen, of­fen­sicht­lich be­gin­nen­den Ver­wahr­lo­sungs­zu­stand.

1963 Losenhausenwerk AG, Düs­sel­dorf-Gra­fen­berg

Leh­re und an­schlie­ßen­de Be­rufs­tä­tig­keit als Ma­schi­nen­schlos­ser in der so ge­nann­ten Son­der­werk­statt, in der sei­ner­zeit unter an­de­rem die Pro­to­ty­pen für die er­sten Vi­bro­max-Vi­bra­ti­ons-Wal­zen zur dy­na­mi­schen Bo­den­ver­dich­tung ge­baut wur­den.

Bei Wi­ki­pe­di­a exi­stiert ein ur­sprüng­lich von mir ver­fass­ter Ar­ti­kel über die Lo­sen­hau­sen­werk AG des­sen In­halt sich, wie bei Wi­ki­pe­dia üb­lich, zu sei­ner heu­ti­gen Form hin über die Jah­re ver­än­dert hat und da­durch vie­les an ur­sprüng­lich ent­hal­te­ner In­for­ma­tion ein­bü­ßen muss­te. Der ur­sprüng­li­che Ar­ti­kel wur­de im April 2013 vom Wi­ki­pe­dia Por­tal: Schweiz mit der Edel­weiss-Aus­zeich­nung „Edel­weiss mit Stern“ als Mo­ti­va­ti­ons­un­ter­stü­tzung be­lohnt.
Das ehemalige Fir­men­ge­län­de an der Schlü­ter­stra­ße 19 er­warb 1992 ein in Deutsch­land an­säs­si­ger Dienst­lei­stungs- und Bau­kon­zern (mehr da­zu auf Wi­ki­pe­dia).

1966 Aufbau- und Abendschulen in Düs­sel­dorf und Vel­bert

Erwerb der Fachhochschulreife.

Be­rufs­auf­bau­schu­len wa­ren in die­ser Zeit bil­dungs­po­li­tisch da­zu ge­dacht, ein In­stru­ment für den so­zi­a­len Auf­stieg von Ju­gend­li­chen aus der Ar­bei­ter­schicht zu sein. In der Ta­ges­form wa­ren sie schul­geld­pflich­tig, in der Abend­schul­form da­ge­gen un­ent­gelt­lich. Ge­gen Ent­gelt wur­den sie als ein be­que­mer Aus­weg ins­be­son­de­re von den Ju­gend­li­chen an­de­rer so­zi­aler Schich­ten ge­nutzt, die zu­vor an Gym­na­sien oder Real­schu­len ge­schei­tert wa­ren. Ju­gend­li­che aus schwä­che­ren so­zi­alen Schich­ten wähl­ten im All­ge­mei­nen die Abend­schul­form.
Ende der 1960er Jah­re be­gann man, die­se Be­rufs­auf­bau­schu­len in ei­ne über­wie­gend als Ta­ges­form an­ge­bo­te­ne Fach­ober­schu­le zu wan­deln. Ei­ne sol­che Fach­ober­schu­le für Tech­nik wurde am 1. Au­gust 1969 in Vel­bert ein­ge­rich­tet, al­so in et­wa zu dem Zeit­punkt, als ich die­sen Schul­ort und -typ ge­ra­de ab­ge­schlos­sen und ver­las­sen hat­te.
In ih­rer heu­ti­gen Form nennt sich die­se Schu­le nun „Be­rufs­kol­leg Nie­der­berg” und be­fin­det sich nach wie vor an der Lan­gen­ber­ger Stra­ße 120 in 42551 Vel­bert, ei­ner klei­nen Stadt mit rund 80.000 Ein­woh­nern im Land­kreis Mett­mann, rund 20 km nord­öst­lich von Düs­sel­dorf. Die et­wa 1.800 Schü­le­rin­nen und Schü­ler dort kön­nen heu­te un­ter­schied­li­che Ab­schlüs­se er­wer­ben: Ab­schlüs­se in du­a­len Bil­dungs­gän­gen, all­ge­mein­bil­den­de Ab­schlüs­se mit be­ruf­li­chen Schwer­punk­ten so­wie Ab­schlüs­se der Wei­ter­bil­dung. Da­bei reicht die Span­ne von der Fach­ober­schul­reife (FOR) über die Fach­hoch­schul­rei­fe (FHR) und die All­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe (AHR) bis hin zum Fach­schul­exa­men.

1969 Grundwehrdienst in Clausthal-Zel­ler­feld

Unteroffizier, Ausbildungskompanie 13/I des I. Korps des Heeres der Bun­des­wehr. Ober­harz­ka­ser­ne in der Bres­lau­er­stra­ße in Claus­thal-Zel­ler­feld.

Ursprünglich ein­ge­zo­gen zu den Tech­ni­schen Trup­pen des I. Korps, die ihre In­fan­trie-Grund­aus­bil­dung in Claus­thal-Zel­ler­feld be­ka­men, er­folg­te dann ein Ver­bleib als Aus­bil­der für die In­fan­trie-Grund­aus­bil­dung in Claus­thal-Zel­ler­feld. Die Aus­bil­dung zum Un­ter­of­fi­zier er­folg­te beim Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lon 13 (Die Wil­de 13) in der Scharn­horst-Ka­ser­ne in Nort­heim (Den na­he­zu täg­li­chen Auf­stieg auf den so ge­nann­ten »Mon­te Plu­to«, Sult­mer Berg, wer­de ich wohl nie ver­ges­sen). Anfang 1971 verließ die Aus­bil­dungs­kom­pa­nie 13/I die Ober­harz­ka­ser­ne in Claus­thal-Zel­ler­feld und die Psy­cho­lo­gi­sche Ver­tei­di­gung der Bun­des­wehr (PSV-Ba­tal­lion) über­nahm die Ober­harzka­ser­ne.
Heu­te be­fin­den sich Tei­le der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Claus­thal auf dem ehe­ma­li­gen Ka­ser­nen­ge­län­de. Das ehe­ma­li­ge Ge­län­de der Oberharzkaserne wird heu­te ein­ge­rahmt von der Bres­lau­er Stra­ße, der Frei­ber­ger Stra­ße, dem Sach­sen­weg und dem Ge­län­de west­lich der Stra­ße Am Re­gen­bo­gen. Im heu­tigen In­sti­tut für In­for­ma­tik (Ju­li­us-Al­bert-Stra­ße 4, 38678 Claus­thal-Zel­lerfeld) war die an­fäng­li­che Un­ter­brin­gung (da­mals als Alt­bau be­zeich­net). Nach Fer­tig­stel­lung der drei Neu­bau­ten an der heu­ti­gen Al­brecht-von-Grod­deck-Stra­ße er­folg­te der Um­zug in das Ge­bäu­de der (heu­ti­gen) Al­brecht-von-Grod­deck-Stra­ße 5. In der heu­tigen Frei­ber­ger Stra­ße 7 be­fand sich da­mals das Of­fi­ziers- und Un­ter­of­fi­ziers-Ka­si­no. Der Ka­ser­nen­zu­gang (Haupt­wache) war an der Stel­le der heu­ti­gen Ger­hard-Rau­schen­bach-Stra­ße , in Claus­thal-Zel­ler­feld. Das Ge­bäu­de west­lich da­ne­ben war die Mann­schafts­kan­ti­ne. Der Be­wa­chung des Ka­ser­nen­ge­län­des er­folg­te in die­ser Zeit durch ei­nen pri­va­ten Wach­dienst.

1970 Stu­di­um der All­ge­mei­nen Ver­fah­rens­tech­nik

Ing. (grad.)/Dipl.-Ing. (FH) - Fach­hoch­schu­le Düs­sel­dorf

Im WS 70/71 war in Düs­sel­dorf aus der ehe­ma­li­gen In­ge­ni­eurs­schu­le an der Jo­sef-Gock­eln-Stra­ße ei­ne neu ge­grün­de­te Fach­hoch­schu­le ge­wor­den und pa­ral­lel da­zu auch der neu ein­ge­rich­te­te 6-se­me­stri­ge Stu­di­en­gang der "All­ge­mei­nen Ver­fah­rens­tech­nik" ent­stan­den. Im SS 73 be­kam ich dort mei­nen Ab­schluss als gra­du­ier­ter In­ge­ni­eur "Ing. (grad.)". Die Be­treu­ung mei­ner Ar­bei­ten er­folg­te durch Herrn Bau­di­rek­tor Gre­gor M., des­sen fach­li­cher und mensch­li­cher Ein­fluss auf mei­nen spä­te­ren Wer­de­gang ganz maß­geb­lich war.
      Nach der Ein­füh­rung von Fach­hoch­schu­len wur­de die Fra­ge ei­ner mög­li­chen Nach­di­plo­mie­rung sehr kon­tro­vers di­sku­tiert. Nor­ma­tiv wur­de fest­ge­legt, dass Ab­sol­ven­ten von Vor­gän­ger­ein­rich­tun­gen der Fach­hoch­schu­len, so­fern sie gra­du­iert oder nach­gra­du­iert wa­ren, auch oh­ne Nach­qua­li­fi­zie­rung an ei­ner Fach­hoch­schule den Ti­tel Dipl.-Ing. oder Dipl.-Ing. (FH) als staat­li­che Be­zeich­nung füh­ren durf­ten.
Heu­te heißt die­se ehe­ma­li­ge Fach­hoch­schu­le HSD - Hoch­schu­le Düs­sel­dorf. Die Um­be­nen­nung fand zum 1. Mai 2015 statt. Im Som­mer 2015 ist ein neu­er Cam­pus auf dem al­ten Schlacht- und Vieh­hof im Stadt­teil Düs­sel­dorf-De­ren­dorf fer­tig­ge­stellt wor­den, nur we­ni­ge hun­dert Me­ter von mei­nem ehe­mali­gen Wohn­ort in der Mün­ster­stra­ße in Düs­sel­dorf ent­fernt.

1973 Stu­di­um der Luft- und Raum­fahrt­tech­nik

Dipl.-Ing. - Rhei­nisch-West­fä­li­sche Tech­ni­sche Hoch­schu­le Aachen (RWTH-Aachen)

Fi­nan­zi­ell ge­för­dert durch das da­ma­li­ge Bun­des­amt für Wehr­tech­nik und Be­schaf­fung (BWB) be­gann ich im WS 73/74 das Stu­di­um der Luft- und Raum­fahrt­tech­nik an der Rhei­nisch-West­fä­li­schen Tech­ni­schen Hoch­schu­le in Aachen. Für FH-Ab­sol­ven­ten, mit gu­tem oder sehr gu­tem Ab­schluss, war ein sol­cher Wech­sel mög­lich, wo­bei ei­ni­ge "sub­al­ter­ne" Vor­le­sun­gen des Grund­stu­di­ums "an­er­kannt" wur­den. Da­zu zähl­ten aber nicht sol­che Fä­cher, wie Ma­the­ma­tik I bis III, Me­cha­nik I bis IV und Ther­mo­dy­na­mik I+II. Den Stu­di­en­gang Luft- und Raum­fahrt­tech­nik wähl­te ich da­mals, da er die mei­sten An­tei­le an Strö­mungs­me­cha­nik, Ae­ro­dy­na­mik und Gas­dy­na­mik ent­hielt. Die­ses wa­ren be­reits an der FH in Düs­sel­dorf die Stu­di­en­an­tei­le ge­we­sen, die mich am tief­sten in­te­res­sier­ten. Mei­ne Stu­di­en­ar­bei­ten und mei­ne Di­plom­ar­beit zum The­ma in­sta­ti­o­nä­re Pro­pel­ler-Ae­ro­dy­na­mik mach­te ich bei Prof. Dr. Rolf Stau­fen­biel (†), da­mals Or­di­na­ri­us des In­sti­tuts für Luft- und Raum­fahrt. Da­ne­ben ha­ben mich ins­be­son­de­re die Vor­le­sun­gen über Luft­fahrt­an­trie­be von Prof. Dipl.-Ing. Otto David (†) und die von Prof. Dr. Heinz Eck­hard Gal­lus (†) über (Ther­mi­sche) Tur­bo­ma­schi­nen fas­zi­niert. Bei letz­te­rem ha­be ich spä­ter dann als ex­ter­ner Kan­di­dat auch noch pro­mo­vie­ren könn­en.
Noch heu­te bin ich über das Alum­ni-Netz­werk und über proRWTH (Freun­de und För­der­er der RWTH Aachen) mit der Hoch­schu­le ver­bun­den. Das ge­mein­same Ziel der Freun­de und För­der­er bei proRWTH ist es, die Hoch­schu­le da­bei zu un­ter­stüt­zen, ei­ne der tech­ni­schen Top-Uni­ver­si­tä­ten des 21. Jahr­hun­derts zu wer­den und zu blei­ben.

1978 Bun­des­amt für Wehr­tech­nik und Be­schaf­fung

Bau­re­fe­ren­dar - Vor­be­rei­tungs­dienst für Be­am­ten­lauf­bah­nen der Lauf­bahn­grup­pe des hö­he­ren Dien­stes beim deut­schen Staat.

Auf­grund der fi­nan­zi­el­len För­de­rung mei­nes Stu­di­ums an der RWTH-Aachen durch das Bun­des­amt für Wehr­tech­nik und Be­schaf­fung, er­gab sich da­raus die Ver­pflich­tung, nach dem Stu­di­um dort we­nig­stens acht Jah­re tä­tig zu sein. Ei­ne sol­che Tä­tig­keit be­ginnt mit ei­ner 2-jäh­ri­gen Re­fe­ren­dars­zeit, die mich zur Haupt­sache nach Man­ching bei In­gol­stadt in die Wehr­tech­ni­sche Dienst­stel­le für Luft­fahr­zeu­ge und Luft­fahrt­ge­rät der Bun­des­wehr (WTD 61) führ­te. Mich per­sön­lich zog es aber eher in die Luft­fahrt­for­schung, sodass ich die fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung zu­rück­zahl­te und be­reits nach ver­gleichs­wei­se kur­zer Zeit mei­nen Ar­beits­platz wech­sel­te.
Spä­ter bin ich im Rah­men von Ex­kur­si­o­nen häu­fi­ger mit Stu­den­ten­grup­pen nach Man­ching ge­fah­ren. Dort war die Auf­nah­me immer wie­der sehr freund­lich und herz­lich. Meine Kon­tak­te dort­hin sind auch über die Jahr­zehn­te hin­weg im­mer er­hal­ten ge­blie­ben. Für mich als ge­bür­ti­gen Nie­der­sach­sen und men­ta­len Rhein­län­der war es ei­ne sehr schö­ne Zeit im Land der Bay­ern, die mich auch im­mer an mei­ne Wur­zeln er­in­ner­te, näm­lich dass mei­ne vä­ter­li­che Vor­fah­ren­li­nie über hun­der­te von Jah­ren hin­weg ge­ra­de­wegs "ir­gend­wie" aus Bay­ern kommt - ge­nau ge­sagt, aus Fran­ken, also fast aus Bay­ern.

1979 DFVLR - Deut­sche For­schungs- und Ver­suchs­an­stalt für Luft- und Raum­fahrt.

Ab­tei­lung Git­ter­strö­mun­gen im In­sti­tut für Ex­pe­ri­men­tel­le Strö­mungs­me­cha­nik in Göt­tin­gen un­ter den In­sti­tuts­lei­tern Prof. Dr. rer. nat. Hu­bert Lud­wieg (†) und spä­ter dann un­ter Prof. Dr. Dr. h.c. Hans G. Hor­nung. Die ehe­ma­li­ge Ab­tei­lung für „Git­ter­strö­mun­gen“ heißt heu­te Ab­tei­lung „Tur­bi­ne“ mit Sitz nach wie vor in Göt­tin­gen, ge­hört aber zum In­sti­tut für An­triebs­tech­nik mit Sitz in Köln-Porz.

Die äl­te­ste Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­tion der DFVL wur­de 1907 von Lud­wig Pran­dtl in Göt­tin­­gen ge­grün­det. Aus die­ser Mo­dell­ver­suchs­an­stalt der Mo­tor­luft­schiff-Stu­di­en­ge­sell­schaft wur­de spä­ter die Aero­dy­na­mi­sche Ver­suchs­an­stalt (AVA). Die DFVLR ent­stand 1969 durch den Zu­sam­men­schluss der Aero­dy­na­mi­schen Ver­suchs­an­stalt (AVA), der Deut­schen Ver­suchs­an­stalt für Luft­fahrt (DVL), der Deut­schen For­schungs­an­stalt für Luft­fahrt (DFL) und im Jahr 1972 der Ge­sell­schaft für Welt­raum­for­schung (GfW). Im Jahr 1989 wur­de die DFVLR in DLR um­be­nannt: Deut­sche For­schungs­an­stalt für Luft- und Raum­fahrt. Durch die Fu­si­on mit der Deut­schen Agen­tur für Raum­fahrt­an­ge­le­gen­hei­ten (DARA) zum 1. Ok­to­ber 1997 wur­de der Na­me schließ­lich in „Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt“ ab­ge­än­dert.
Mit mei­nen Ar­bei­ten in der Ab­tei­lung Git­ter­strö­mun­gen zum The­ma trans­so­ni­sche Tur­bi­nen-Git­ter-Strö­mun­gen konn­te ich dann bei Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr.sc.t. h.c. Heinz Eckhard Gal­lus (†) am In­sti­tut für Strahl­an­trie­be und Tur­bo­ar­beits­ma­schi­nen der RWTH-Aachen zum Dr.-Ing. mit dem The­ma »Un­ter­su­chun­gen zum Ein­fluss der Ko­ni­zi­tät auf die Kenn­wer­te ro­tie­ren­der Tur­bi­nen-Ring-Git­ter im trans­so­ni­schen Ge­schwin­dig­keits­be­reich« pro­mo­vie­ren. Der Tag der münd­li­chen Prü­fung (Ri­go­ro­sum) war der 28. Juni 1984. Zweit­prü­fer hier­bei war "mein" da­ma­li­ger In­sti­tuts­lei­ter, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans G. Hor­nung; Als Schrift­füh­rer fun­gier­te der Or­di­na­ri­us des In­sti­tuts für Luft- und Raum­fahrt­tech­nik der RWTH, Prof. Dr.-Ing. Rolf Stau­fen­biel (†). Die Aus­stel­lung der Dok­tor­ur­kun­de er­folg­te am 20. Mai 1985. Im Ju­li 2011 wur­de im Rah­men ei­nes of­fi­zi­el­len Fest­ak­tes an der RWTH-Aachen die­se Ur­kun­de durch ei­ne sil­ber­ne Do­kt­or-(Er­in­ne­rungs)-Ur­kun­de „er­neu­ert“.

Zum 1. Ja­nuar 1988 wech­sel­te ich von der Git­ter­ab­tei­lung in die Haupt­ab­tei­lung Wind­ka­nä­le des DLR (heu­te: DNW - Ger­man Dutch Wind Tun­nels), wo ich das be­reits an­ge­lau­fe­ne MTU/DLR-Ge­mein­schafts­pro­jekt "CRISP (Coun­ter Ro­ta­ting In­te­gra­ted Prop­fan) in den Wind­ka­nä­len des DLR" über­nahm. CRISP war ein neu­es Trieb­werks­kon­zept (ge­gen­läu­fi­ger Prop­fan) für Ver­kehrs­flug­zeu­ge, das im Rah­men des Ge­mein­schafts­pro­jekts ab En­de 1988 in den Wind­ka­nä­len des DLR in Köln, Göt­tin­gen und Braun­schweig un­ter­sucht wur­de. Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter war Dr.-Ing. Ortwin L. und Ab­tei­lungs­lei­ter für Göt­tin­gen war Dr.-Ing. Fritz L., die bei­de zu­vor auch jeweils Lei­ter der Ab­tei­lung für Git­ter­strö­mun­gen wa­ren, in der ich 1979 beim DLR (DFVLR) mit mei­ner Tä­tig­keit in Göt­ting­en be­gon­nen hat­te.

Ab März 1989 wurde ich zu­dem mit dem Aufbau ei­ner Grup­pe für Trieb­werks­si­mu­la­tion in Göt­tin­gen be­auf­tragt, die sich u. a. mit ei­nem vom DLR in Braun­schweig be­schaff­ten Ul­tra-High-By­pass-(UHB)-Si­mu­la­tor CRUF (Coun­ter Ro­ta­ting Ul­tra-High-By­pass Fan) für Trieb­wer­ke mit sehr gro­ßem Ne­ben­strom­ver­hält­nis be­schäf­ti­gen soll­te. Im Rah­men die­ser Tä­tig­keit wur­den in­ner­halb der neu ent­stan­den­en Grup­pe zwei Dis­ser­ta­ti­o­nen auf den Weg ge­ge­ben und durch­ge­führt: Hans-Thomas B. : Grund­le­gen­de Be­trach­tun­gen fuer ei­nen Trieb­werks­si­mu­la­tor­ent­wurf und Christof L.  : Ex­pe­ri­men­tel­le Un­ter­su­chung der über­trag­bar­keit der Ka­li­brie­rung von Tur­bo­si­mu­la­to­ren auf die An­wen­dung im Wind­ka­nal, der heu­te eben­falls Pro­fes­sor an der HAW Ham­burg im hoch­schul­über­grei­fen­den Stu­di­en­gang Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten (HWI) ist.

1992 Hoch­schul­leh­rer in der Frei­en- und Han­se­stadt Ham­burg

Be­ru­fung als Pro­fes­sor für Flug­zeug­trieb­wer­ke und -sy­ste­me an die HAW


•  1992 - C2-Pro­fes­sor für Flug­zeug­trieb­wer­ke und Flug­zeug­sy­ste­me

•  2002 - C3-Pro­fes­sor für Flug­an­trie­be, Tur­bo­ma­schi­nen und Ther­mo­dy­na­mik


Ich den­ke, ei­nen rich­ti­gen Ge­fal­len ha­be ich an die­ser Tä­tig­keit, die mich fast für ein Vier­tel Jahr­hun­dert - das aka­de­mi­sche Vier­tel!?😁 - in die wun­der­ba­re Freie- und Han­se­stadt Ham­burg (FHH) führte, nie fin­den kön­nen. Auch wenn die neue Auf­ga­be mit ei­ner wei­te­ren aka­de­mi­schen Be­zeich­nung auf­ge­hübscht wur­de und auch zu die­ser Zeit das Sa­lai­re noch über­zeu­gen konn­te, so war es doch eher nur ei­ne Zweck­ge­mein­schaft, der ich per­sön­lich zwar im­mer mit An­stand aber auch nur mit Ab­stand be­geg­nen konn­te. Die Eva­lu­a­ti­o­nen durch mei­ne Zu­hö­rer­schaft sig­na­li­sier­ten mir stets, dass das, was ich zu sa­gen hat­te, gut ankam und zu über­zeu­gen wuss­te, aber ei­ne mich selbst über­zeu­gen­de Be­zieh­ung zu die­ser Tä­tig­keit ha­be ich per­sön­lich nie auf­bau­en kön­nen und wohl auch un­ter­be­wusst nie auf­bau­en wol­len. Heu­te wür­de so et­was wohl mehr oder we­ni­ger un­ter den Überbe­griff Bore­out, der auf Lan­ge­wei­le fußt, fal­len.


Es gibt Phi­lo­so­phen, die erklären, dass der Schöp­fer 🙏 aus Lan­ge­wei­le erst die Welt und dann Adam er­schuf, der sich schließ­lich auch im Pa­ra­dies lan­weil­te und der Schöp­fer ihm des­we­gen Eva zur Sei­te gab, die sich dann bei­de lan­weil­ten und des­we­gen Kain und Abel zeug­ten und er­ste­rer letz­te­ren ir­gend­wann aus Lan­ge­wei­le erschlug usw. usw. usw. usw. Ver­än­de­rung ha­ben ih­ren Ur­sprung in der Lan­ge­wei­le 😫.
       Al­so be­gann ich aus pu­rer Lan­ge­wei­le zum En­de der 1990er Jah­re ein Fach­buch über Flug­zeug­trieb­wer­ke zu schrei­ben, das in der 1. Auf­la­ge 785 Sei­ten hat­te, in der 2. Auf­la­ge 1214 Sei­ten, in der 3. Auf­la­ge 1647 Sei­ten und in der 4. Auf­la­ge im Jahr 2015 schluss­end­lich 2020 Sei­ten. Ei­ne wei­te­re 5. Auf­la­ge woll­te ich mir dann aber selbst er­spa­ren, ob­wohl es An­läu­fe da­zu gab und ob­wohl das Buch bzw. sei­ne In­hal­te im­mer wie­der ei­nen gu­ten An­klang in ei­ner brei­ten Le­ser­schaft fan­den und im­mer noch fin­den. Mit deut­lich über 239 000 Down­loads (ku­mu­la­tiv) auf Springer-Link hat die 4. Auf­la­ge (Stand: Ju­li 2018) ei­ne an­sehn­li­che Bi­lanz auf­zu­wei­sen. Fast ei­ne Vier­tel­mil­li­on kum­mu­la­ti­ver Down­lo­ads ist schon ei­ne ZAHL! Aber, wie Han­nes Wa­der ein­mal reim­te: "Lan­ge­wei­le ist aus­ge­bro­chen in der Stadt, kommt an­ge­kro­chen und sie hat kei­ne Ei­le"


Übrigens:

Egal, an wel­cher Bil­dungs­ein­rich­tung und in wel­cher Stu­di­en­rich­tung auch im­mer, die di­ver­sen Pro­fes­so­ren-­Be­zeich­nung­en sind al­le­samt we­der aka­de­mi­schen Gra­de noch aka­de­mi­sche Ti­tel, son­dern le­dig­lich Be­rufs-, Amts-, Eh­ren- oder aka­de­mi­sche Be­zeich­nun­gen. Im Ge­gen­satz zum Dok­tor­grad (nicht Dok­tor­ti­tel) han­delt es sich bei der Be­zeich­nung Pro­fes­sor al­so nicht um ei­nen aka­de­mi­schen Grad. Gemäß §2 Abs. 1 des “Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen” (ja, so et­was gibt es in der Tat) wer­den Ti­tel in Deutsch­land durch den Bun­des­prä­si­den­ten ver­lie­hen. Mir ist des­we­gen wohl auch kein Dok­tor oder Pro­fes­sor be­kannt, der durch den Bun­des­prä­si­den­ten be­ru­fen wor­den wä­re.

Übrigens:

der aka­de­mi­sche Grad (nicht Ti­tel) ei­nes Dok­tors - egal wel­cher Fach­rich­tung - ist kein Na­mens­be­stand­teil und nie­mand hat ei­nen An­spruch da­rauf, mit Dok­tor an­ge­spro­chen zu wer­den. Das ha­ben Ge­rich­te so­gar häu­fi­ger be­stä­tigt, wie z. B. das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und der Bun­des­ge­richts­hof. Ei­ne Be­son­der­heit hebt den Dok­tor­grad aber im Ver­gleich zu an­de­ren aka­de­mi­schen Gra­den her­aus: er kann in ei­nem Aus­weis oder Pass - vor dem Nach­na­men ste­hend - mit ein­ge­tra­gen wer­den, was ex­pli­zit ge­setz­lich fest­ge­legt ist, im Ge­setz über Per­so­nal­aus­wei­se und den elek­tro­ni­schen Iden­ti­täts­nach­weis (Per­so­nal­aus­weis­ge­setz - PAuswG) (ja, auch so et­was gibt es).

Übrigens:

Das Recht, die Be­zeich­nung „Pro­fes­sor“ auch nach dem Aus­schei­den aus ei­ner staat­li­chen Hoch­schu­le zu füh­ren, ist in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern un­ter­schied­lich ge­re­gelt. Für mich sieht §17 Hmb­HG (Ham­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz) vor, dass mit der Er­nen­nung zum Pro­fes­sor auch zu­gleich die aka­de­mi­sche Be­zeich­nung »Pro­fes­sor« ver­lie­hen wurde. Re­ge­lun­gen über die Wei­ter­füh­rung die­ser Be­zeich­nung im Ru­he­stand ent­hält das HmbHG nicht. Das heißt, dass nach §117 Hm­BG (Ham­bur­gi­schen Be­am­ten­ge­setz) die all­ge­mei­ne be­am­ten­recht­li­che Re­ge­lung in §58 HmbBG An­wen­dung fin­det. Dem­nach dür­fen Be­am­te bei Ein­tritt in den Ru­he­stand die maß­geb­li­che Amts­be­zeich­nung mit dem Zu­satz a. D. und die im Zu­sam­men­hang mit dem Amt ver­lie­hen­en aka­de­mi­schen Be­zeich­nun­gen wei­ter füh­ren. (§58 Abs. 3 Hmb­BG). Da sich die Amts­be­zeich­nung Pro­fes­sor und die aka­de­mi­sche Be­zeich­nung in die­sem Fall ent­spre­chen, kann die Be­zeich­nung Pro­fes­sor im Ru­he­stand auch oh­ne den Zu­satz a. D. wei­ter­ge­führt wer­den.

2014 Ein­tritt in den re­gu­lä­ren Al­ters-Ruhe­stand mit 65++

65++ des­we­gen, weil Pro­fes­so­ren oh­ne­hin erst zum En­de des Se­me­sters in den Ruh­e­stand wech­seln, in dem sie 65+ Jahre alt wer­den, d. h., die Re­gel­al­ters­gren­ze er­reicht ha­ben. Bei mir wa­ren das ge­nau 50 Jah­re und 11 Mo­na­te nach dem al­ler­er­sten Ar­beits­tag.

2014 bis heu­te: Tech­ni­scher Trai­ner im Be­reich Flug­zeug­bau

Ge­för­der­te Wei­ter­bil­dung im Prä­senz­un­ter­richt — Themen: Grund­la­gen des Flug­zeug­baus:
Sy­stem Luft­fahrt, Aero­dy­na­mik, Flug­zeug­trieb­wer­ke, Flug­me­cha­nik, Flug­zeug­sy­ste­me, Flug­zeug­kon­struk­tion und Luft­fahrt­ma­na­ge­ment